Encoding.com öffnet vid.ly – Eine URL für Videos, die du überall gucken kannst
Das HTML5 Videoelement wurde konzipiert, damit das Einbinden von Videos so einfach wird wie das Einbinden von Bildern. Das ist bis dato nicht der Fall. Die Browserhersteller konnten sich nicht auf einen Video-Codec einigen, sodass Apples Safari und der neue Internet Explorer von sich aus nur H.264-kodierte Videos unterstützen (Googles Chrome kann dies noch, wird die Unterstützung aber bald aufgeben), während Firefox und Opera nur Ogg Theora-kodierte Videos abspielen können, bald aber auch WebM-Support bieten.
Möchte man ein HTML5 Video in allen Browsern wiedergeben, muss man es also in mehreren Codecs anbieten. Darüberhinaus müssen bei H.264 die verschiedenen Profile beachtet werden, wenn man die Videos auch auf Smartphones (bspw. iPhone oder Android), Tablets (iPad, Honeycomb) und anderen Geräten zum Laufen bringen möchte. Man muss ein und dasselbe Video in so vielen verschiedenen Varianten speichern, dass manche Webentwickler sich bereits fragen, ob das Videoelement überhaupt irgendetwas vereinfacht. Der Webdienst vid.ly könnte dort nun Abhilfe schaffen.
Encoding.com, der weltgrößte Video-Kodierdienst, schlägt aus dem Problem Profit. Gegen einen monatlichen Betrag bieten sie ihren Kunden die Möglichkeit, Videos hochzuladen, die von Encoding.com in alle nötigen Formate konvertiert und gehostet werden. Das ist nützlich für Geschäftskunden oder Webseitenbetreiber, die mit ihrer Webseite Geld verdienen. Andere werden von den Kosten eher abgeschreckt.
Für die hat das Unternehmen einen kostenlosen Dienst: vid.ly. Seit Januar 2011 war vid.ly in der “private beta”, was bedeutet, dass man eine Einladung brauchte, um den Dienst nutzen zu können. Seit gestern ist vid.ly in der “public beta”, was bedeutet, dass nun jeder den Dienst nutzen kann.
Webentwicklern und Inhalteanbietern kann vid.ly das Leben sehr erleichtern: Sie laden ihr Video zu vid.ly hoch, vid.ly konvertiert es in 14 verschiedene Formate und gibt anschließend einen kleinen Code-Schnipsel aus, den man in die eigene Webseite einbindet.
Nachdem vid.ly verschiedene Techniken ausprobiert hat (video-Element, script-Einbindung), erfolgt das Einbetten des Videos nun über einen iframe. Die Seite, die über den iframe eingebunden wird, passt sich dem Browser an. vid.ly erkennt, von welchem Gerät und von welchem Browser aus die Seite geöffnet wird (dank umstrittenem Browser-sniffing) und stellt sie dementsprechend mit dem passenden Videoformat zusammen.
Inhalteanbieter müssen sich dadurch keine Sorgen mehr um Videoformate und -codecs machen. vid.ly ist kostenlos. Eine kostenpflichtige Version, die eine API zur Verfügung stellt, ist in Arbeit.
Weiterführende Links
- vid.ly, über die Startseite können direkt Videos hochgeladen werden
- Crunchbase Profile – Encoding.com, Profil von Encoding.com auf Techcrunch’s Crunchbase
- Vid.ly Blog – Vid.ly moved to Public beta, Eintrag im vid.ly-Blog, in dem bekannt gegeben wird, dass vid.ly nun in der public beta ist
- Mozilla Hacks, the Webdeveloper Blog – Simple HTML5 video encoding with vid.ly – interview, first impressions and invite code, Eintrag im Mozilla-Blog von Chris Heilmann über vid.ly